Die einzelnen Ausbildungsstationen des späteren
Baumeisters lassen sich nicht vollständig aufklären.
Es wird aber vermutet, dass Gontard vor seinem Wechsel
zum Hofbauamt in Bayreuth im Jahr 1950 auch eine militärische
Ausbildung erhalten hat, sichere Nachweise
dafür gibt es allerdings nicht (Fick,
2000). Angenommen wird auch, dass Gontard vor
seinem Eintritt ins Amt bereits zwei Jahre lang als
Volontär gearbeitet hat, Belege dafür gibt
es jedoch nicht.
Die Dauer seines Studienaufenthaltes
in Paris ist unbekannt, er hat aber
zwischen 1750 und 1752/1753 stattgefunden. Dort besuchte
Gontard die damals bedeutendste private Architekturschule,
die École des Arts. Sie war im Jahr 1743 von
Jaques-François
Blondel gegründet
worden. Zum Programm an dieser Schule gehörten
neun Wochenstunden mathematische Einführung und
die Erstellung von Plänen. Daneben besichtigte
er Architekturbüros und machte Exkursionen zu
französischen Bauten in Paris.
Im Jahren 1754 führte es Gontard wieder nach
Frankreich. Vom 10.Oktober 1754 bis zum 11.August
1755 nahm er an der Reise des Markgrafenpaares nach
Frankreich und Italien
teil [Straßburg, Nancy, Avignon, Marseille,
Antibes, Genua, Pisa, Florenz, Rom, Neapel, Herculaneum,
Bologna, Venedig, Verona]. Dort konnte Gontard neue
Einblicke in die französische und italienische
Baukunst gewinnen, die seine späteren Arbeiten
beeinflussten. Es wird angenommen, dass er dort auch
wichtige Kontakte geknüpft hat, denn die Markgräfin
traf dort mit Persönlichkeiten wie Voltaire zusammen.
Während dieser Reise fertigte Gontard Zeichnungen
für sich und für die Markgräfin an.
Die Reisekosten dieser Studienreise soll der Markgraf
getragen haben.
Es wird angenommen, dass Gontad mit den gängigen
kunsttheoretischen Schriften seiner Zeit vertraut
war. Dafür sprechen seine Ausbildung bei Blondel
in Frankreich und die Tatsache, dass der Markgraf
eine umfangreiche Bibliothek besaß. Auch Friedrich
II war im Besitz umfangreicher Kunstliteratur.
Im Jahr 1776 wurde im Adelsdiplom auch eine Reise
Gontards nach Holland erwähnt,
Belege gibt es dafür jedoch nicht. Im Laufe seines
Lebens bestanden jedoch mehrere Möglichkeiten
zu einer Reise nach Holland (Fick, 2000).