Das Brandenburger Tor
in Potsdam ist eine Gemeinschaftsarbeit zwischen Gontard
und seinem Schüler Unger gewesen. Die Stadtseite
hat Gontard entworfen (Potsdam-Foto 1). Vorbild waren
möglicherweise Entwürfe aus der französischen
Metropole. Am Bassin werden Gontard viele Bürgerhäuser
im Stil der holländischen
Backsteinarchitektur zugeschrieben
(Potsdam-Fotos 2 und 3). Es ist möglich, dass
diese Häuser auf die in Gontards Adelsurkunde
erwähnten Hollandreise zurückgehen, denn
Backstein ist unumstritten ein typisches Baumaterial
der niederländischen Architektur. Allerdings
bleibt festzustellen, dass die Potsdamer Häuser
von den holländischen Bauten abweichen. Sie wurden
von Gontard "in die preußische Variante
des Barock umgesetzt" (Bohle-Heintzenberg
2002).
Das Drachenhaus
(Potsdam-Foto 4) auf dem Klausberg sollte den Winzern
des nahegelegenen Weinberges dienen. Es stellt eine
vierstöckige Pagode über einem achteckigen
Grundriss mit konvex eingeschwungenen Seiten dar.
Die unteren acht Eckpositionen wurden mit vergoldete
Drachenfiguren dekoriert.
Der Freundschaftstempel
(Potsdam-Foto 5) wurde zur Erinnerung an
die im Jahr 1758 verstorbene Markgräfin Wilhelmine
von Bayreuth gebaut. An den Säulen sind medaillonartige
Bildnisse bekannter befreundeter Freundespaare angebracht.
In der Mitte sitzt die Markgräfin mit einem aufgeschlagenen
Buch.
Als Gontard die Bauleitung zum Neuen
Palais übernahm (Potsdam-Foto
6) waren die Planungen schon so weit fortgeschritten,
dass er auf die Außenfassade kaum noch Einfluss
ausüben konnte (Fick
2000). Seine Änderungsvorschläge zum Kuppelbau
wurden abgelehnt. doch er konnte aus die seitlichen
Bereiche des Gebäudes einwirken. Typisch für
seinen Stil sind Pilaster und Säulen mit ornamentalem
Dekor. Man findet sie auch im Marmorsaal des Neuen
Palais, sie sorgen für eine strenge und kühle
Ausstrahlung der Bauwerke.
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